Orchester Reto Parolari 
Orchester Reto Parolari GmbH
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Geschichte des ORP-Notenarchivs

Schon vor der Gründung seines eigenen Orchesters im Jahr 1973 hat Reto Parolari viel Geld in den Aufbau eines eigenen Notenarchives gesteckt. Bald schon kamen Nachlässe von pensionierten oder verstorbenen Musikerkollegen dazu. Das Notenarchiv des Orchesters Reto Parolari hat sich so über Jahrzehnte zu einer einmaligen musikalischen Sammlung entwickelt, die von grossem musikalischem und vor allem auch musik-historischem Wert ist.

Heute lagert der grösste Teil dieses Archivs in einem Bettentrakt des ehemaligen Notspitals Albani. Hier im zweiten Untergeschoss herrschen fast ideale Bedingungen in Bezug auf Temperatur und Luftfeuchtigkeit aber auch was die Lagersicherheit betrifft.

Mit der Übernahme der kompletten Orchesterbibliothek des damals aufgelösten Radio-Sinfonie-Orchesters Basel kam im Jahr 2000 ein Bestand von an die 30'000 Titel dazu, der schon alleine durch seinen mengenmässigen Umfang überwältigend war. Die ganze breite Palette klassischer und romantischer Orchestermusik war da vorhanden. Interessant auch jeweils die Notizen in den ersten Innenseiten der Notenmappen über Aufführungsdaten und Dirigenten.

Die mitgelieferte Datenbank von Radio Basel erwies sich relativ schnell als unvollständig und unpraktisch. Einem Spezialisten gelang es jedoch, diese in eine normale Excel-Datei umzuwandeln, was die tägliche praktische Arbeit sofort erleichterte.

Immer wieder kamen kleinere und grössere Nachlässe von aufgelösten Orchestern aber auch von Privatpersonen dazu. Oft war das Material allerdings in einem bedenklichen Zustand und somit musste man sich relativ oft und schnell von unvollständigen und zerschlissenen Noten trennen.

2010 wurde uns dann das Notenarchiv des Bayerischen Rundfunks, Studio Franken mit Sitz in Nürnberg angeboten. 17 Normpaletten, vollgeladen mit Noten, wurden von einem Winterthurer Transportunternehmen in Nürnberg abgeholt. Das „Nürnberger Archiv“ enthält vor allem Werke der Unterhaltungsmusik. Durch den Umstand, dass das damalige Tanzorchester unter der Leitung von Kurt Illing oft zusammen mit den Nürnberger Sinfonikern Aufnahmen machte, wurden spezielle Arrangements für Big-Band plus Sinfonie-Orchester benötigt. Dies sind vor allem Manuskripte, die in ihrer Originalität und hervorragenden Instrumentation unübertroffen sind. Broadway oder Hollywood in bester Manier!

Mittlerweile war auch klar, dass für die Erfassung der grossen Bestände eine spezielle Datenbank entwickelt werden musste. über diese werden heute nicht nur die Werke erfasst, sondern auch die Kundendaten und die Ausleihungen. Das heisst, wir können über diese Software Offerten schreiben, Lieferscheine und Rechnungen erzeugen und die gesamte Terminkontrolle führen.

2013 kam dann die ebenfalls komplette Bibliothek des 1986 aufgelösten „Radio-Orchesters Beromünster“ (später UOR, DRS-Big-Band) dazu. Mit dieser Rarität von handgeschriebenen Arrangements von 1947 bis 1986 besitzen wir nun einen musikalischen Schatz, der in seiner Art einzigartig ist. Nebst allen Konzertwerken sind auch sämtliche Fernseh-Sendungen dabei, bei welchen die DRS-Band mitwirkte, wie zum Beispiel „Iischtige bitte“ mit dem Trio Eugster oder „Teleboy“ mit Kurt Felix.

Eine weitere Rarität besteht aus 1‘140 Orchesterwerken in unterschiedlichsten Besetzungen zur Begleitung von Stummfilmen. Diese Werke wurden nicht für bestimmte Filme geschrieben, sondern sie wurden eingesetzt, um Stimmungen oder Handlungen in einem  Film musikalisch zu unterstützen. Die Erfassung dieser Werke erfolgte denn auch nicht nach Titeln, sondern nach Genres, wie „Bauernhochzeit“, „Sturm auf dem Meer“ oder „Verfolgungsjagd“. Bei den Originalverlagen wurden im 2. Weltkrieg grosse Teile dieser Bestände vernichtet und nach dem Krieg lohnte sich ein Nachdruck nicht mehr. Der Stummfilm wurde vom Tonfilm verdrängt.

Heute umfasst das gesamte Archiv rund 100'000 Titel. Davon sind je über

- 48'000 Orchesternoten (Grosses Orchester, Salonorchester, Streichorchester, Tanzorchester, Circusorchester, Big-Band und Combo)

- 6'000 Kammermusik-Noten

- 45'000 Klaviernoten

- 1'500 Klavierdirektionen und Partituren

Über 35'000 Titel sind aktuell elektronisch erfasst und über das Internet abrufbar. 8'377 Komponisten und Arrangeure zeichnen für diese Werke verantwortlich und 2'026 verschiedene Verlage habe diese einst produziert.

Die Bewahrung und Erhaltung dieses grossen Archives ist unser Ziel. Die Bibliothek soll aber auch praktisch genutzt werden können. Noten wurden schliesslich geschrieben, um auch aufgeführt zu werden. Deshalb bieten wir diese zur Ausleihe an. Unser Angebot richtet sich primär an Sinfonie- und Salonorchester. Seit wir aber im Jahr 2013 noch den gesamten Bestand des ehemaligen Unterhaltungsorchesters Beromünster, respektive der DRS-Big-Band übernommen haben, zählen wir auch Big Bands zu unseren Kunden. In den vergangenen fünf Jahren haben wir in über 460 Aufträgen mehr als 1300 verschiedene Werke ausgeliehen; das sind immerhin ein bis zwei Aufträge pro Woche. Damit verdienen wir zwar nicht das grosse Geld aber es gelingt uns immerhin einen Teil unseres Aufwands zu decken.

Stolz sind wir inzwischen auf unsere Kundenliste, versenden wir doch unsere Noten bereits in viele Länder Europas, von Norwegen über Estland bis nach Russland und von Spanien bis nach Kroatien und Serbien. Unsere Referenzliste zeigt dies.

Nach telefonischer Voranmeldung (052 202 18 35) kann das Notenarchiv jeweils vormittags auch besichtigt werden. Wir freuen uns auf Besuche!

Januar 2016

Reto Parolari            Ueli Anderes

Chef d'Orchestre      Leiter Notenarchiv

 


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